Informationen rund um den Gröniger Hof

Häufig gestellte Fragen, Update 28. Juli 2020

I. Fragen zur Genossenschaft Gröninger Hof allgemein

Was ist die Genossenschaft Gröninger Hof?

Die Genossenschaft Gröninger Hof hat sich im Herbst 2018/Anfang 2019 gegründet, mit dem Ziel, das Parkhaus in der Gröninger Straße 12 in ein innovatives Lebens- und Wohnprojekt für viele Hamburger*innen umzuwandeln. Es sollen ca. 60-70 im Grundriss sehr unterschiedliche Wohnungen für unterschiedliche Wohnformen entstehen. Um dies zu erreichen, arbeiten die Gründungsmitglieder eng mit lokalen Akteuren und Bauexperten zusammen, die aus Begeisterung für das Projekt ihr Wissen zur Verfügung stellen. Kein Mitglied aus Vorstand und Aufsichtsrat will später im Gröninger Hof wohnen, die Arbeit am Projekt erfolgt ehrenamtlich.

Welche Menschen und Organisationen stecken hinter der Genossenschaft?

Ideengeber und beratende Institution ist „Altstadt für Alle!“ in der Patriotischen Gesellschaft von 1765. „Altstadt für Alle!“ setzt sich für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum ein sowie für Orte in der Innenstadt, die Austausch, Begegnung und Bürgerengagement im Stadtteil fördern. Hinzu kommt eine große Zahl lokaler Akteure und Fachleute, die sich für das Modell einer ortsgebundenen, innovativen Projekt- und Immobilienentwicklung begeistern konnten. Ziel aller Beteiligten war es von Anfang an, an dieser Stelle beispielhaft zu zeigen, was möglich sein kann, wenn Bürgerwille, Politik und Fachwissen gemeinsam an einem Strang ziehen. Handelnde Personen finden Sie hier.

II. Fragen zum Thema Wohnen, Gewerbe, Finanzen

Wie viele Wohnungen wird es geben?

Ziel ist es bis zu 70 Wohnungen, davon 28 frei finanziert und 42 gefördert inklusive fünf mit mit sogenannter „WA-Bindung“ (d.h. Wohnungsamtsbindung, für anerkannt vordringlich Wohnungssuchende) und zwei Rollstuhlgerechte Wohnungen zu erstellen (März 2020, wobei Abweichungen in den Zahlen im Laufe des Planungsprozesses möglich sind).

Wird es auch Gewerbeflächen geben?

Ja, im publikumsoffenen Sockel des Gebäudes wird es gewerblich zu nutzende Flächen geben die in freier Vermietung dem Bedarf der Nachbarschaft angepasst sind. Es entstehen zusammenschaltbare kleine bis mittelgroße Einheiten die zu marktüblichem Mietzins angeboten werden. Ziel ist es Branchen zu verorten die Publikumsverkehr erzeugen und mit Attraktivität in das Viertel wirken.

Wird es auch öffentliche Flächen geben?

Ja, auf den unteren Ebenen wird es publikumsoffene Nutzungen geben, die den Ort über Kultur, Bildung und Gewerbe beleben und die Nachbarschaft aktiv einbeziehen. Co-Working bildet die Pufferzone zwischen lebhaften, offeneren Nutzungen und dem genossenschaftlichen Wohnen in den oberen Etagen. Ziel ist es, mit gut durchdachter Gestaltung, kleine individuelle Einheiten mit großzügigen Gemeinschaftsflächen zu kombinieren.

Welche Rolle spielt die Concierge Loge?

Die Concierge-Loge im Erdgeschoss soll ein repräsentativer Ort des Willkommens sein. Sowohl für die Bewohnerinnen des Hauses, wie auch für das Viertel. Kleine Dienstleistungen sind ebenso denkbar, wie die Organisation der Gemeinschafträume, Annahme von Paketen usw. Täglich wochentags besetzt, arbeiten hier Klientinnen der Stiftung Alsterdorf, was bedeutet: Menschen mit geistigen oder körperlichen Beeinträchtigungen, die in ihrem Alltag durch Assistenten der Stiftung ambulant unterstützt werden (und auch im Haus wohnen; s.u.)

Wie sieht der Zeitplan aus?

Die Genossenschaft hat Ende Januar 2020 das Parkhaus anhand gegeben bekommen, um es bis Ende März 2022 zur Genehmigungsreife zu entwickeln. Bis Ende 2021 hat die Parkgarage noch Bestandsgarantie. Der Bezug der Wohnungen ist aktuell nicht sicher festzulegen.
Aktuell Juli 2020: Leider ist auch dieses Projekt durch die Corona-Krise in Mitleidenschaft gezogen. Was sich wie verschiebt, zeigt die Zukunft.

Wie hoch sind die Baukosten?

Zur Erstellung geht die Genossenschaft von Projektkosten von ca. 28 Millionen Euro aus.
Die Hochrechnung ist ein erster Kostenrahmen, der auf der Grundlage der zu realisierenden Wohnfläche und den von der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW) veröffentlichten Kostenkennwerten vom September 2019 für den Hochbau beruht.

Wie sieht das Finanzierungskonzept aus?

Das Finanzierungskonzept sieht mehrere Finanzierungsbausteine vor. Das Fundament bildet das Eigenkapital der Genossenschaft, welches sich aus den gezeichneten Genossenschaftsanteilen aller Genoss*innen zusammensetzt. Das Grundstück wird im Erbbaurecht erworben, wodurch die Genossenschaft durch die Zahlung eines regelmäßigen Erbbauzinses auf dem Grundstück der Stadt Hamburg ein Bauwerk errichten und unterhalten kann. Durch den Bau eine KfW 55 Effizienzhauses plant die Genossenschaft mit einem zinsgünstigen KfW-Darlehen. Der geförderte Teil soll durch Förderdarlehen und Zuschüsse der Investitions- und Förderbank Hamburg finanziert werden, während die Baukosten des freifinanzierten Teils durch Bankdarlehen gedeckt werden sollen.
Darüber hinaus benötigt die Genossenschaft insbesondere für die Anlauffinanzierung nachrangige, private Darlehen. Die Höhe dieser Darlehen sollte bei mindestens 100 000 Euro liegen. Das wichtigste hierbei ist der Vertrauensvorschuss, den eine solche Finanzierung für das Projekt bedeutet.

Woher kommt das Eigenkapital?

Das Eigenkapital der Genossenschaft setzt sich aus gezeichneten Genossenschaftsanteilen aller Genossinnen zusammen. Hierzu zählen die gezeichneten Pflichtanteile zum Eintritt in die Genossenschaft (ein Anteil bei privaten Personen, drei Anteile bei juristischen Personen) und freiwillig gezeichnete weitere Anteile. Für wohnende Genossinnen sind weitere Pflichtanteile in Anhängigkeit zur Nutzungsart und Fläche zu zeichnen und einzuzahlen.
Weitere Eigenkapitalbestandteile können z.B. Spenden und nachrangige, private Darlehen sein.

III. Fragen zum Thema Wohnungen

Wer kann später in den Wohnungen wohnen?

Wohnen können dort nur Mitglieder der Genossenschaft. Wie von der Stadt bei der Konzeptausschreibung gewünscht, gibt es jetzt bereits eine Baugemeinschaft, die als Kerngruppe der Genossenschaft agiert. Die Mitglieder dieser Baugemeinschaft haben schon jetzt ein festes „Wohnrecht“ im späteren Haus. Später dann kommen weitere Bewohner*innen aus dem Kreis der interessierten Genossenschaftsmitglieder durch ein Auswahlverfahren hinzu.

Hat jedes Genossenschaftsmitglied ein Anrecht auf eine Wohnung?

Nein, es besteht weder ein Anrecht auf eine Wohnung noch die Verpflichtung eine Wohnung anzumieten. Welche Genossenschaftsmitglieder zu wohnenden Genossinnen werden, wird in gemeinschaftlicher Abstimmung erarbeitet. Wir wünschen uns ja eine große Anzahl von Genossinnen, die sich wie alle Gründungsgenoss*innen dafür engagieren, dass sich die Wohnungspolitik in Hamburg neu ausrichtet. Unsere Idee soll alle interessierten Stadtakteure ansprechen.

Wie hoch ist die Miete?

Ziel der Genossenschaft ist es eine sozial verträgliche und kostendeckende Miete zu erheben. Zum aktuellen Planungsstand ist die Miethöhe noch nicht festgesetzt. Die Miethöhe der geförderten Wohnungen wird sich nach der jeweils gültigen Förderrichtlinie „Baugemeinschaften mit genossenschaftlichem Eigentum“ der Investitions- und Förderbank Hamburg richten.

IV. Fragen zum Thema Baugemeinschaft

Welche Rolle spielt diese Baugemeinschaft bei der Auswahl weiterer Bewohner*innen für das Haus?

Die Auswahl weiterer Bewohnerinnen ist ein Prozess, der nur mit allen Akteuren zusammen erfolgen kann. Die Baugemeinschaft ist ebenso involviert, wie der Vorstand und Aufsichtsrat der Genossenschaft und die Agentur für Baugemeinschaften. Wichtig zu wissen, dies sind alles neue Wege: Es gibt eine neu gegründete Genossenschaft, hinzu kommt eine Baugemeinschaft als Kerngruppe und dann neue Bewohnerinnen aus dem Kreis interessierter neuer Genossinnen. Einen derartigen Prozess hat es so in Hamburg noch nicht gegeben. Es gibt daher auch noch keine festgeschriebenen Vorgaben für Auswahlkriterien und Vergabe der Wohnungen und des Gewerbes. Ebenfalls wichtig für den Hintergrund: Bei der Auswahl neuer Bewohnerinnen ist darauf zu achten, dass die geforderten 60 Prozent geförderte Wohnungen (bezogen auf die Gesamtzahl der Wohneinheiten) inklusive der WA-Wohnungen (vorrangig Wohnungssuchende), entsprechend den Forderungen in der Ausschreibung umgesetzt werden.

Werden neue Genoss*innen automatisch jeweils zu Mitgliedern der Baugemeinschaft

Es werden neue Bewohnerinnen aus dem Kreis neuer Genossinnen dazu kommen, aber nicht automatisch mit der Mitgliedschaft und dem dabei geäußerten Wunsch nach einer Wohnung. Ausschlaggebend wird ein Auswahlprozess mit einem „Bewohner*innen-Profil“ sein, den die Baugemeinschaft zusammen mit Aufsichtsrat, dem Vorstand, den Lotsen und anderen Akteuren aus dem Netzwerk gerade erarbeitet. All diese Prozesse laufen trotz Corona, vielleicht einiges etwas verlangsamt. Sobald es dazu mehr Informationen und Termine gibt, werden wir sie hier veröffentlichen.

Wird es später im Haus immer noch eine Baugemeinschaft und daneben Mitbewohner*innen geben, die einen „anderen“ Status haben?

Nein, es wird eine große, gleichberechtigte Hausgemeinschaft geben. Allerdings befinden wir uns zurzeit im Prozess und die Mitglieder der jetzt schon aktiven Baugemeinschaft bilden eine Kerngruppe, die sich kennenlernt und am Konzept mitarbeitet. Später dann sollen alle Bewohner*innen zusammen eine Baugemeinschaft bilden und entsprechend der Förderrichtlinie für Baugemeinschaften mit kleingenossenschaftlichem Eigentum gefördert werden.
Dies ist eine neue Form und weicht etwas von der klassischen Baugemeinschaft, wie es sie bisher in Hamburg gibt, ab. Daher wird der Prozess eng von der Agentur für Baugemeinschaften begleitet.

V. Fragen zur Mitgliedschaft

Was kosten Mitgliedschaft und Aufnahmegebühr?

Ein Genossenschaftsanteil beträgt 1.000 Euro. Für den Erwerb einer Mitgliedschaft müssen natürliche Personen einen Genossenschaftsanteil und juristische Personen drei Genossenschaftsanteile zeichnen. Hierüberhinaus können weitere freiwillige Anteile gezeichnet werden. Das einmalige Eintrittsgeld beträgt 50 Euro. Eine Ratenzahlung ist problemlos möglich und wird auch schon von aktiven Mitgliedern praktiziert. Bitte dazu direkt anfragen.

Werden meine Genossenschaftsanteile verzinst?

Da die Genossenschaft sich zum aktuellen Zeitpunkt in der Projektentwicklung befindet und noch über keine Einnahmen verfügt, erfolgt keine Verzinsung. Eine Dividendenauszahlung kann erst nach Fertigstellung des Bauvorhabens und bei einem positiven Jahresergebnis erwartet werden.

Was bedeutet „eine Mitgliedschaft gleich ein Stimmrecht“?

Wir wünschen uns in der Tat viele Menschen, die aktiv an der Idee dieses beispielhaften Prozesses mitwirken – deshalb hat jeder Genosse und jede Genossin, egal ob Firma oder Privatperson; egal ob ein oder zehn Anteile gekauft wurden, nur eine Stimme. Die Satzung schützt die nutzenden Mitglieder in der Form, dass sie zu keinem Zeitpunkt von den investierenden Mitgliedern überstimmt werden können.

Sind die Gewerbemieter*innen auch Genoss*innen?

Ja. Nur Genossenschaftsmitglieder können Nutzer*innen im Gröninger Hof sein.

Wieso soll ich mitmachen?

Die Genossenschaft öffnet sich für alle interessierten Stadtbürger*innen und hofft auf eine sehr große Mitgliederzahl von Menschen, die sich in der Stadtentwicklung und Stadtpolitik aktiv einbringen wollen, indem sie an diesem Leuchtturmprojekt für die ganze Stadt mitarbeiten. Die Genossenschaft hofft, dass der Gröninger Hof nur ein Beispiel für viele weitere ähnliche Projekte in der ganzen Stadt sein wird.

Wie kann ich Mitglied werden?

Hier den Mitgliedsantrag runterladen