Informationen rund um den Gröniger Hof

Häufig gestellte Fragen, Update 9. April 2020

Was ist die Genossenschaft Gröninger Hof?

Die Genossenschaft Gröninger Hof hat sich im Herbst 2018/Anfang 2019 gegründet, mit dem Ziel, das Parkhaus in der Gröninger Straße 12 in ein innovatives Lebens- und Wohnprojekt für viele Hamburger*innen umzuwandeln. Es sollen ca. 60-70 im Grundriss sehr unterschiedliche Wohnungen für unterschiedliche Wohnformen entstehen. Um dies zu erreichen, arbeiten die Gründungsmitglieder eng mit lokalen Akteuren und Bauexperten zusammen, die aus Begeisterung für das Projekt ihr Wissen zur Verfügung stellen. Kein Mitglied aus Vorstand und Aufsichtsrat will später im Gröninger Hof wohnen, die Arbeit am Projekt erfolgt ehrenamtlich.

Welche Menschen und Organisationen stecken hinter der Genossenschaft?

Ideengeber und beratende Institution ist „Altstadt für Alle!“ in der Patriotischen Gesellschaft von 1765. „Altstadt für Alle!“ setzt sich für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum ein sowie für Orte in der Innenstadt, die Austausch, Begegnung und Bürgerengagement im Stadtteil fördern. Hinzu kommt eine große Zahl lokaler Akteure und Fachleute, die sich für das Modell einer ortsgebundenen, innovativen Projekt- und Immobilienentwicklung begeistern konnten. Ziel aller Beteiligten war es von Anfang an, an dieser Stelle beispielhaft zu zeigen, was möglich sein kann, wenn Bürgerwille, Politik und Fachwissen gemeinsam an einem Strang ziehen. Handelnde Personen finden Sie hier.

Wer kann später in den Wohnungen wohnen?

Wohnen können dort nur Mitglieder der Genossenschaft. Wie von der Stadt bei der Konzeptausschreibung gewünscht, gibt es jetzt bereits eine Baugemeinschaft, die als Kerngruppe der Genossenschaft agiert. Die Mitglieder dieser Baugemeinschaft haben schon jetzt ein festes „Wohnrecht“ im späteren Haus. Später dann kommen weitere Bewohner*innen aus dem Kreis der interessierten Genossenschaftsmitglieder durch ein Auswahlverfahren hinzu.

Welche Rolle spielt diese Baugemeinschaft bei der Auswahl weiterer Bewohner*innen für das Haus?

Die Auswahl weiterer Bewohner*innen ist ein Prozess, der nur mit allen Akteuren zusammen erfolgen kann. Die Baugemeinschaft ist ebenso involviert, wie der Vorstand und Aufsichtsrat der Genossenschaft und die Agentur für Baugemeinschaften. Wichtig zu wissen, dies sind alles neue Wege: Es gibt eine neu gegründete Genossenschaft, hinzu kommt eine Baugemeinschaft als Kerngruppe und dann neue Bewohner*innen aus dem Kreis interessierter neuer Genoss*innen.
Einen derartigen Prozess hat es so in Hamburg noch nicht gegeben. Es gibt daher auch noch keine festgeschriebenen Vorgaben für Auswahlkriterien und Vergabe der Wohnungen und des Gewerbes. Ebenfalls wichtig für den Hintergrund: Bei der Auswahl neuer Bewohner*innen ist darauf zu achten, dass die geforderten 60 Prozent geförderte Wohnungen (bezogen auf die Gesamtzahl der Wohneinheiten) inklusive der WA-Wohnungen (vorrangig Wohnungssuchende), entsprechend den Forderungen in der Ausschreibung umgesetzt werden.

Werden neue Genoss*innen automatisch jeweils zu Mitgliedern der Baugemeinschaft

Es werden neue Bewohnerinnen aus dem Kreis neuer Genossinnen dazu kommen, aber nicht automatisch mit der Mitgliedschaft und dem dabei geäußerten Wunsch nach einer Wohnung. Ausschlaggebend wird ein Auswahlprozess mit einem „Bewohner*innen-Profil“ sein, den die Baugemeinschaft zusammen mit Aufsichtsrat, dem Vorstand, den Lotsen und anderen Akteuren aus dem Netzwerk gerade erarbeitet.
All diese Prozesse laufen trotz Corona, vielleicht einiges etwas verlangsamt. Sobald es dazu mehr Informationen und Termine gibt, werden wir sie hier veröffentlichen.

Wird es später im Haus immer noch eine Baugemeinschaft und daneben Mitbewohner*innen geben, die einen „anderen“ Status haben?

Nein, es wird eine große, gleichberechtigte Hausgemeinschaft geben. Allerdings befinden wir uns zurzeit im Prozess und die Mitglieder der jetzt schon aktiven Baugemeinschaft bilden eine Kerngruppe, die sich kennenlernt und am Konzept mitarbeitet. Später dann sollen alle Bewohner*innen zusammen eine Baugemeinschaft bilden und entsprechend der Förderrichtlinie für Baugemeinschaften mit kleingenossenschaftlichem Eigentum gefördert werden.
Dies ist eine neue Form und weicht etwas von der klassischen Baugemeinschaft, wie es sie bisher in Hamburg gibt, ab. Daher wird der Prozess eng von der Agentur für Baugemeinschaften begleitet.

Hat jedes Genossenschaftsmitglied ein Anrecht auf eine Wohnung?

Nein, wir wünschen uns ja eine große Anzahl von Genossinnen, die wie alle Gründungsgenossinnen vor allem an einer Weiterentwicklung der Hamburger Wohn- und Vergabepolitik interessiert sind. Unsere Idee soll alle interessierten Stadtakteure ansprechen; und natürlich können nicht alle dort wohnen.

Wie viele Wohnungen wird es geben?

Ziel ist es bis zu 70 Wohnungen, davon 28 frei finanziert, 42 gefördert, 5 mit WA-Bindung und zwei Rollstuhlgerechte Wohnungen zu erstellen (März 2020, wobei Abweichungen in den Zahlen im Laufe des Planungsprozesses möglich sind).

Welche Mitbestimmungsrechte haben Genoss*innen, die nicht im Haus wohnen werden?

Wir wünschen uns in der Tat viele Menschen, die aktiv an der Idee dieses beispielhaften Prozesses mitwirken – deshalb hat jeder Genosse und jede Genossin, egal ob Firma oder Privatperson; egal ob ein oder zehn Anteile gekauft wurden, nur eine Stimme. Die Satzung schützt die nutzenden Mitglieder in der Form, dass sie zu keinem Zeitpunkt von den investierenden Mitgliedern überstimmt werden können.

Wird es auch öffentliche Flächen geben?

Ja, auf den unteren Ebenen wird es publikumsoffene Nutzungen geben, die den Ort über Kultur, Bildung und Gewerbe beleben und die Nachbarschaft aktiv einbeziehen. Co-Working bildet die Pufferzone zwischen lebhaften, offeneren Nutzungen und dem genossenschaftlichen Wohnen in den oberen Etagen. Ziel ist es, mit gut durchdachter Gestaltung, kleine individuelle Einheiten mit großzügigen Gemeinschaftsflächen zu kombinieren.

Sind die Gewerbemieter*innen auch Genoss*innen?

Ja. Nur Genossenschaftsmitglieder können Nutzer*innen im Gröninger Hof sein.

Wie hoch sind die Baukosten?

Zur Erstellung geht die Genossenschaft von Projektkosten von ca. 28 Millionen Euro aus.
Die Hochrechnung ist ein erster Kostenrahmen, der auf der Grundlage der zu realisierenden Wohnfläche und den von der BSW veröffentlichten Kostenkennwerten vom September 2019 für den Hochbau beruht.

Gibt es ein Finanzierungskonzept?

Zur Finanzierung sind, bedingt durch das Erbbaurecht, 20 Prozent Eigenkapital notwendig. Die Genossenschaft benötigt längerfristige Darlehenszusagen in Höhe von ca. 5,6 Mio. Euro. Die Höhe eines einzelnen Darlehens sollte mindestens bei 100 000 Euro liegen. Das wichtigste hierbei ist der Vertrauensvorschuss, den eine solche Finanzierung bedeutet. Die Hamburger Volksbank hat sich bereit erklärt, Unterstützer*innen zu beraten und das Treuhandkonto zu führen.

Woher kommt das Eigenkapital ?

Neben Spenden und Geld von Privaten Darlehensgebern soll ein Großteil des benötigten Eigenkapitals durch Mitgliedsbeiträge gedeckt werden. Die Genossenschaft öffnet sich für alle interessierten Stadtbürger*innen und hofft auf eine sehr große Mitgliederzahl von Menschen, die sich in der Stadtentwicklung und Stadtpolitik aktiv einbringen wollen, indem sie an diesem Leuchtturmprojekt für die ganze Stadt mitarbeiten. Die Genossenschaft hofft, dass der Gröninger Hof nur ein Beispiel für viele weitere ähnliche Projekte in der ganzen Stadt sein wird.

Wann können die Wohnungen bezogen werden?

Die Genossenschaft hat Ende Januar 2020 das Parkhaus anhand gegeben bekommen, um es bis Ende März 2022 zur Genehmigungsreife zu entwickeln. Bis Ende 2021 hat die Parkgarage noch Bestandsgarantie. Der Bezug der Wohnungen ist aktuell nicht sicher festzulegen.
Aktuell April 2020: Leider ist auch dieses Projekt durch die Corona-Krise in Mitleidenschaft gezogen. Was sich wie verschiebt, zeigt die Zukunft.

Was kosten Mitgliedschaft und Aufnahmegebühr?

Einfache Mitglieder zahlen einen Genossenschaftsanteil von 1000 Euro; juristische Personen müssen mindestens drei Anteile kaufen. Das einmalige Eintrittsgeld beträgt 50 Euro.

Wie kann ich Mitglied werden?

Hier den Mitgliedsantrag runterladen