FAQs

Informationen rund um den Gröniger Hof

Häufig gestellte Fragen, Update Februar 2022

I. Fragen zur Genossenschaft Gröninger Hof eG allgemein

Die Genossenschaft Gröninger Hof hat sich im Herbst 2018/Anfang 2019 gegründet, mit dem Ziel, das Parkhaus in der Neuen Gröningerstraße 12 in ein innovatives Lebens- und Wohnprojekt für viele umzuwandeln. Es sollen ca. 70–84 im Grundriss sehr unterschiedliche Wohnungen für unterschiedliche Wohnformen entstehen. Um dies zu erreichen, arbeiten die Gründungsmitglieder eng mit lokalen Akteuren und Bauexpert*innen zusammen, die aus Begeisterung für das Projekt ihr Wissen zur Verfügung stellen. Kein Mitglied aus Vorstand und Aufsichtsrat will später im Gröninger Hof wohnen, die Arbeit am Projekt erfolgt ehrenamtlich.

Ideengeber und beratende Institution ist die Initiative „Altstadt für Alle!“ getragen von der Patriotischen Gesellschaft von 1765. „Altstadt für Alle!“ setzt sich für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum ein sowie für Orte in der Innenstadt, die Austausch, Begegnung und Bürgerengagement im Stadtteil fördern. Hinzu kommt eine große Zahl lokaler Akteure und Fachleute, die sich für das Modell einer ortsgebundenen, innovativen Projekt- und Immobilienentwicklung begeistern konnten. Ziel aller Beteiligten war es von Anfang an, an dieser Stelle beispielhaft zu zeigen, was möglich sein kann, wenn Bürgerwille, Politik und Fachwissen gemeinsam an einem Strang ziehen. Handelnde Personen findet Ihr hier.

II. Fragen zum Thema Wohnen, Gewerbe, Finanzen

Ziel ist es ca. 70–84 geförderte Baugemeinschaftswohnungen, davon fünf Wohnungen für vordringlich Wohnungssuchende („WA-Bindung“) und zwei rollstuhlgerechte Wohnungen, zu erstellen (Stand Anfang 2022, wobei Abweichungen in den Zahlen im Laufe des Planungsprozesses möglich sind).

Ja, im publikumsoffenen Sockel des Gebäudes wird es gewerblich zu nutzende Flächen geben, die in freier Vermietung dem Bedarf der Nachbarschaft angepasst sind. Es entstehen bei Bedarf zusammenschaltbare kleine bis mittelgroße Einheiten die zum marktüblichen Mietzins angeboten werden. Ziel ist es Branchen zu verorten, die Publikumsverkehr erzeugen und mit Attraktivität in das Viertel wirken. Wenden Euch gerne an uns, wenn Ihr Interesse an einer Gewerbefläche habt.

Ja, auf den unteren Ebenen wird es publikumsoffene Nutzungen geben, die den Ort über Kultur, Bildung und Gewerbe beleben und die Nachbarschaft aktiv einbeziehen. Co-Working bildet die Pufferzone zwischen lebhaften, offeneren Nutzungen und dem genossenschaftlichen Wohnen in den oberen Etagen. Ziel ist es, mit gut durchdachter Gestaltung, kleine individuelle Einheiten mit großzügigen Gemeinschaftsflächen zu kombinieren.

Die Concierge-Loge im Erdgeschoss soll ein repräsentativer Ort des Willkommens sein. Sowohl für die Bewohner*innen des Hauses, wie auch für das Viertel. Kleine Dienstleistungen sind ebenso denkbar, wie die Organisation der Gemeinschafträume, Annahme von Paketen usw. Wer und wie die Concierge-Loge betreiben wird befindet sich noch in Abstimmung.

Die Genossenschaft hat Ende Januar 2020 das Parkhaus für zwei Jahre zur weiteren Entwicklung anhand gegeben bekommen. 2021 wurde der Architekturwettbewerb entschieden. Gewonnen hat das Schweizer Büro Duplex. Zusammen mit der bereits bestehenden Bewohnerschaft und aktiven Genoss*innen wurden 2021 insgesamt vier Echoräume zur weiteren Schärfung und Abstimmung in der Entwurfsplanung durchgeführt. Ende 2022 soll das Erbbaurecht bei der Stadt Hamburg bestellt werden. Der Baubeginn ist für 2023 geplant.
Leider ist auch die Genossenschaft von der Pandemie betroffen. Nicht alles konnte und kann wie geplant durchgeführt werden. Wir bitten um Verständnis.

Zur Erstellung geht die Genossenschaft von Projektkosten von ca. 28 Millionen Euro aus. Diese Hochrechnung ist ein erster Kostenrahmen, der auf der Grundlage der zu realisierenden Wohnfläche und den von der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW) veröffentlichten Kostenkennwerten vom September 2019 für den Hochbau beruht.

Das Finanzierungskonzept sieht mehrere Finanzierungsbausteine vor. Das Fundament bildet das Eigenkapital der Genossenschaft, welches sich aus den gezeichneten Genossenschaftsanteilen aller Genoss*innen zusammensetzt. Das Grundstück wird im Erbbaurecht erworben, wodurch die Genossenschaft durch die Zahlung eines regelmäßigen Erbbauzinses auf dem Grundstück der Stadt Hamburg ein Bauwerk errichten und unterhalten kann. Durch den Bau eines energiesparenden Effizienzhauses plant die Genossenschaft mit einem zinsgünstigen KfW-Darlehen. Der geförderte Teil soll durch Förderdarlehen und Zuschüsse der Investitions- und Förderbank Hamburg finanziert werden, während die Baukosten des freifinanzierten Teils durch Bankdarlehen gedeckt werden sollen.

Darüber hinaus benötigt die Genossenschaft insbesondere für die Anlauffinanzierung nachrangige, private Darlehen. Das wichtigste hierbei ist der Vertrauensvorschuss, den eine solche Finanzierung für das Projekt bedeutet.

Das Eigenkapital der Genossenschaft setzt sich aus gezeichneten Genossenschaftsanteilen aller Genoss*innen zusammen. Hierzu zählen die gezeichneten Pflichtanteile zum Eintritt in die Genossenschaft und freiwillig gezeichnete weitere Anteile. Für nutzende Genoss*innen sind weitere Pflichtanteile in Anhängigkeit zur Nutzungsart und Fläche zu zeichnen und einzuzahlen.

Weitere Eigenkapitalbestandteile können z. B. nachrangige, private Darlehen sein.

III. Fragen zum Thema Wohnungen

Ja, es gibt noch freie Wohnungen (Stand Anfang 2022).

Wohnungen können nur von Mitgliedern der Genossenschaft gemietet werden. Stand Anfang 2022 gibt es eine Kernbewohnerschaft von ca. 20 Haushalten. In verschiedenen Aufnahmeschritten, organisiert durch unseren Belegungsbeirat, kommen weitere Bewohner*innen aus dem Kreis interessierter und aktiver Genossenschaftsmitglieder hinzu. Außerdem werden Klient*innen der drei Sozialen Träger (Evangelische Stiftung Alsterdorf, Jugendhilfe e.V. und Studierendenwerk Hamburg) Wohnungen im Gröninger Hof beziehen.

Nein, es besteht weder ein Anrecht auf eine Wohnung noch die Verpflichtung eine Wohnung anzumieten. Welche Genossenschaftsmitglieder zu wohnenden Genoss*innen werden, wird in gemeinschaftlicher Abstimmung erarbeitet. Wir wünschen uns ja eine große Anzahl von Genoss*innen, die sich wie alle Gründungsgenoss*innen dafür engagieren, dass sich die Wohnungspolitik in Hamburg neu ausrichtet. Unsere Idee soll alle interessierten Stadtakteure ansprechen.

Ziel der Genossenschaft ist es, eine sozial verträgliche und kostendeckende Miete zu erheben. Weitere Informationen dazu unter https://groeninger-hof.de/wohnen/

Jedes Mitglied, dem eine Wohnung oder Gewerbefläche überlassen wird, hat einen Beitrag zur Aufbringung der Eigenleistung durch Übernahme von Geschäftsanteilen zu leisten. Die Eigenleistung für eine Wohnung im Gröninger Hof beträgt 600€/ qm. Beispiel: Für eine 50qm-Wohnung bedeute dies somit 50qm*600€ = 30.000 €. Die Eigenleistung erfolgt durch die Zeichnung von Genossenschaftsanteilen. Im Falle eines Auszuges können die Anteile übertragen oder gekündigt werden. Der genaue Wortlaut ist in unserer Satzung in der Anlage zu § 17 Abs. 2 nachzulesen.

IV. Fragen zum Thema Bewohner*innen-Gruppe

Infos zur Aufnahme in die Bewohner*innenschaft und weitere Informationen gibt es auf der der Seite "Wohnen". Wir bieten regelmäßig Informationsveranstaltungen für Wohninteressierte zum gemeinsamen Kennenlernen an.

V. Fragen zur Mitgliedschaft

Ein Genossenschaftsanteil beträgt 200 Euro. Für den Erwerb einer Mitgliedschaft müssen fünf Genossenschaftsanteile gezeichnet werden. Hierüberhinaus können weitere freiwillige Anteile à 200 Euro gezeichnet werden. Das einmalige Eintrittsgeld beträgt 50 Euro.

Da die Genossenschaft sich zum aktuellen Zeitpunkt in der Projektentwicklung befindet und noch über keine Einnahmen verfügt, erfolgt keine Verzinsung. Eine Dividendenauszahlung kann erst nach Fertigstellung des Bauvorhabens und bei einem positiven Jahresergebnis erwartet werden.

Ja, gemäß unserer Satzung können maximal 1.745 Anteile gezeichnet werden. Die Anzahl der Genossenschaftsanteile hat keinen Einfluss auf die Anzahl der Stimmen in der Mitgliederversammlung.

Eine Genossenschaft lebt von der Gemeinschaft. Deshalb sieht das Genossenschaftsgesetz grundsätzlich vor, dass jedes Mitglied nur eine Stimme in der Mitgliederversammlung hat. Wir wünschen uns in der Tat viele Menschen, die aktiv an der Idee dieses beispielhaften Prozesses mitwirken – deshalb hat jeder Genosse und jede Genossin, egal ob Firma oder Privatperson; egal ob ein oder zehn Anteile gezeichnet wurden, nur eine Stimme.

Ja. Nur Genossenschaftsmitglieder können Nutzer*innen im Gröninger Hof sein.

Mit Zustimmung der Erziehungsberechtigten können auch Personen unter 18 Jahre Mitglied bei der Genossenschaft Gröninger Hof werden. Wenn Ihr Anteile für Eure Kinder erwerben wollt, erwähnt dies bitte im Mitgliedsantrag.

Die Genossenschaft öffnet sich für alle interessierten Stadtbürger*innen und hofft auf eine sehr große Mitgliederzahl von Menschen, die sich in der Stadtentwicklung und Stadtpolitik aktiv einbringen wollen, indem sie an diesem Leuchtturmprojekt für die ganze Stadt mitarbeiten. Die Genossenschaft hofft, dass der Gröninger Hof nur ein Beispiel für viele weitere ähnliche Projekte in der ganzen Stadt sein wird.

Die Regelungen zur Kündigung der Mitgliedschaft richten sich nach den Bestimmungen unserer Satzung. Die Kündigung kann nur zum Jahresende erfolgen. Die Kündigungsfrist beträgt zwei Jahre. Diese Frist schützt unsere Genossenschaft, damit wir ausreichend Zeit haben, um neue Mitglieder für den Gröninger Hof zu finden und die gekündigten Anteile auszugleichen.

Der Wert des Geschäftsguthabens, das im Falle der Kündigung ausgezahlt wird, richtet sich nach dem festgestellten Jahresabschluss des jeweiligen Jahres. Das Geschäftsguthaben kann sich um zugeschriebene Gewinnanteile vermehren oder um abgeschriebene Verlustanteile vermindern.

Bei Fragen bezüglich der Kündigung der Mitgliedschaft im Gröninger Hof wende Dich bitte an die Geschäftsstelle unter info@groeninger-hof.de

Im Todesfall gibt es zwei Möglichkeiten für die Mitgliedschaft in der Genossenschaft Gröninger Hof eG:
1 ) Die Mitgliedschaft wird fortgesetzt und durch eine erbende Person übernommen. Die erbende Person wird Mitglied in der Genossenschaft und übernimmt die Anteile der verstorbenen Person.
2 ) Die Mitgliedschaft wird nicht fortgesetzt. Das Geschäftsguthaben wird zum nächstmöglichen Termin an die erbende Person ausgezahlt.

Ja, gerne! Die Genossenschaft freut sich über interessierte Stadtbürger*innen, die sich innerhalb der Genossenschaft z.B. in einer unserer Arbeitsgruppen engagieren möchten. Wenn Du Interesse hast, melde Dich gerne bei uns.

Den Mitgliedsantrag auf der Seite „Mitmachen“ herunterladen, ausfüllen und an uns zurück senden. In der Regel bearbeiten wir alle neuen Beitrittserklärungen im Laufe eines Monats und bestätigen neue Mitgliedschaften jeweils zum Monatsende. Sollten wir mal in Verzug sein, bitten wir um Verständnis. Nachfragen bitte per Mail an: info@groeninger-hof.de