FAQs

Informationen rund um den Gröniger Hof

Häufig gestellte Fragen, Update April 2021

I. Fragen zur Genossenschaft Gröninger Hof eG allgemein

Die Genossenschaft Gröninger Hof hat sich im Herbst 2018/Anfang 2019 gegründet, mit dem Ziel, das Parkhaus in der Neuen Gröningerstraße 12 in ein innovatives Lebens- und Wohnprojekt für viele umzuwandeln. Es sollen ca. 70–84 im Grundriss sehr unterschiedliche Wohnungen für unterschiedliche Wohnformen entstehen. Um dies zu erreichen, arbeiten die Gründungsmitglieder eng mit lokalen Akteuren und Bauexpert*innen zusammen, die aus Begeisterung für das Projekt ihr Wissen zur Verfügung stellen. Kein Mitglied aus Vorstand und Aufsichtsrat will später im Gröninger Hof wohnen, die Arbeit am Projekt erfolgt ehrenamtlich.

Ideengeber und beratende Institution ist die Initiative „Altstadt für Alle!“ getragen von der Patriotischen Gesellschaft von 1765. „Altstadt für Alle!“ setzt sich für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum ein sowie für Orte in der Innenstadt, die Austausch, Begegnung und Bürgerengagement im Stadtteil fördern. Hinzu kommt eine große Zahl lokaler Akteure und Fachleute, die sich für das Modell einer ortsgebundenen, innovativen Projekt- und Immobilienentwicklung begeistern konnten. Ziel aller Beteiligten war es von Anfang an, an dieser Stelle beispielhaft zu zeigen, was möglich sein kann, wenn Bürgerwille, Politik und Fachwissen gemeinsam an einem Strang ziehen. Handelnde Personen findet Ihr hier.

II. Fragen zum Thema Wohnen, Gewerbe, Finanzen

Ziel ist es ca. 70–84 geförderte Baugemeinschaftswohnungen, davon fünf Wohnungen für vordringlich Wohnungssuchende („WA-Bindung“) und zwei rollstuhlgerechte Wohnungen, zu erstellen (Stand April 2021, wobei Abweichungen in den Zahlen im Laufe des Planungsprozesses möglich sind).

Ja, im publikumsoffenen Sockel des Gebäudes wird es gewerblich zu nutzende Flächen geben, die in freier Vermietung dem Bedarf der Nachbarschaft angepasst sind. Es entstehen bei Bedarf zusammenschaltbare kleine bis mittelgroße Einheiten die zum marktüblichen Mietzins angeboten werden. Ziel ist es Branchen zu verorten, die Publikumsverkehr erzeugen und mit Attraktivität in das Viertel wirken. Wenden Euch gerne an uns, wenn Ihr Interesse an einer Gewerbefläche habt.

Ja, auf den unteren Ebenen wird es publikumsoffene Nutzungen geben, die den Ort über Kultur, Bildung und Gewerbe beleben und die Nachbarschaft aktiv einbeziehen. Co-Working bildet die Pufferzone zwischen lebhaften, offeneren Nutzungen und dem genossenschaftlichen Wohnen in den oberen Etagen. Ziel ist es, mit gut durchdachter Gestaltung, kleine individuelle Einheiten mit großzügigen Gemeinschaftsflächen zu kombinieren.

Die Concierge-Loge im Erdgeschoss soll ein repräsentativer Ort des Willkommens sein. Sowohl für die Bewohner*innen des Hauses, wie auch für das Viertel. Kleine Dienstleistungen sind ebenso denkbar, wie die Organisation der Gemeinschafträume, Annahme von Paketen usw. Täglich wochentags besetzt, arbeiten hier Klient*innen der Stiftung Alsterdorf, was bedeutet: Menschen mit geistigen oder körperlichen Beeinträchtigungen, die in ihrem Alltag durch Assistent*innen der Stiftung ambulant unterstützt werden (und gerne auch im Haus wohnen).

Die Genossenschaft hat Ende Januar 2020 das Parkhaus anhand gegeben bekommen, um das Projekt bis Ende März 2022 zur Genehmigungsreife zu entwickeln. Bis Ende 2021 hat die Parkgarage noch Bestandsgarantie. Seit Ende 2020 ist der Parkbetrieb eingestellt, unsere Werkstatt können wir weiter für Veranstaltungen und Treffen wie bisher nutzen.

Mit Stand vom April 2021 müssen wir ergänzen, dass leider auch dieses Projekt durch die Corona-Krise in Mitleidenschaft gezogen ist. Was sich wie verschiebt, zeigt die Zukunft.

Zur Erstellung geht die Genossenschaft von Projektkosten von ca. 28 Millionen Euro aus.

Diese Hochrechnung ist ein erster Kostenrahmen, der auf der Grundlage der zu realisierenden Wohnfläche und den von der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW) veröffentlichten Kostenkennwerten vom September 2019 für den Hochbau beruht.

Das Finanzierungskonzept sieht mehrere Finanzierungsbausteine vor. Das Fundament bildet das Eigenkapital der Genossenschaft, welches sich aus den gezeichneten Genossenschaftsanteilen aller Genoss*innen zusammensetzt. Das Grundstück wird im Erbbaurecht erworben, wodurch die Genossenschaft durch die Zahlung eines regelmäßigen Erbbauzinses auf dem Grundstück der Stadt Hamburg ein Bauwerk errichten und unterhalten kann. Durch den Bau eines energiesparenden KfW 55 Effizienzhauses plant die Genossenschaft mit einem zinsgünstigen KfW-Darlehen. Der geförderte Teil soll durch Förderdarlehen und Zuschüsse der Investitions- und Förderbank Hamburg finanziert werden, während die Baukosten des freifinanzierten Teils durch Bankdarlehen gedeckt werden sollen.

Darüber hinaus benötigt die Genossenschaft insbesondere für die Anlauffinanzierung nachrangige, private Darlehen. Das wichtigste hierbei ist der Vertrauensvorschuss, den eine solche Finanzierung für das Projekt bedeutet.

Das Eigenkapital der Genossenschaft setzt sich aus gezeichneten Genossenschaftsanteilen aller Genoss*innen zusammen. Hierzu zählen die gezeichneten Pflichtanteile zum Eintritt in die Genossenschaft und freiwillig gezeichnete weitere Anteile. Für nutzende Genoss*innen sind weitere Pflichtanteile in Anhängigkeit zur Nutzungsart und Fläche zu zeichnen und einzuzahlen.

Weitere Eigenkapitalbestandteile können z. B. nachrangige, private Darlehen sein.

III. Fragen zum Thema Wohnungen

Ja, es gibt noch freie Wohnungen (Stand April 2021).

Wohnen können dort nur Mitglieder der Genossenschaft. Wie von der Stadt bei der Konzeptausschreibung gewünscht, gibt es jetzt bereits eine Bewohner*innengruppe, die als Kerngruppe der Genossenschaft agiert. Die Mitglieder dieser Gruppe haben schon jetzt ein Anrecht auf eine Wohnung im späteren Haus. In verschiedenen Aufnahmeschritten kommen weitere Bewohner*innen aus dem Kreis der interessierten Genossenschaftsmitglieder durch ein Auswahlverfahren hinzu.

Nein, es besteht weder ein Anrecht auf eine Wohnung noch die Verpflichtung eine Wohnung anzumieten. Welche Genossenschaftsmitglieder zu wohnenden Genoss*innen werden, wird in gemeinschaftlicher Abstimmung erarbeitet. Wir wünschen uns ja eine große Anzahl von Genoss*innen, die sich wie alle Gründungsgenoss*innen dafür engagieren, dass sich die Wohnungspolitik in Hamburg neu ausrichtet. Unsere Idee soll alle interessierten Stadtakteure ansprechen.

Ziel der Genossenschaft ist es, eine sozial verträgliche und kostendeckende Miete zu erheben. Zum aktuellen Planungsstand ist die Miethöhe noch nicht festgesetzt. Die Miethöhe der geförderten Wohnungen wird sich nach der jeweils gültigen Förderrichtlinie „Baugemeinschaften mit genossenschaftlichem Eigentum“ der Investitions- und Förderbank Hamburg richten.

Gemäß der Anlage zu § 17 Abs. 2 unserer Satzung gilt für das Projekt Gröninger Hof: „Jedes Mitglied, dem eine Wohnung oder Gewerbefläche überlassen wird oder worden ist, hat einen angemessenen Beitrag zur Aufbringung der Eigenleistung durch Übernahme von weiteren Geschäftsanteilen zu übernehmen. Das Genossenschaftsmitglied verpflichtet sich, eine Eigenleistung in Höhe von 600,00 € je Quadratmeter der zu seiner Wohneinheit gehörigen Fläche und eine Eigenleistung in Höhe von 100,00 € je Quadratmeter der zu seiner Gewerbeeinheit gehörigen Fläche aufzubringen.

IV. Fragen zum Thema Bewohner*innen-Gruppe

Die Auswahl weiterer Bewohner*innen ist ein Prozess, der nur mit allen Akteuren zusammen erfolgen kann. Die jetzt schon bestehende Bewohner*innengruppe ist ebenso involviert, wie der Vorstand und Aufsichtsrat der Genossenschaft und die Agentur für Baugemeinschaften.

Die Bewohner*innengruppe besteht aktuell aus ca. 20 Haushalten (Stand April 2021). Es werden in verschiedenen Etappen neue Bewohner*innen aus dem Kreis der Genoss*innen dazu kommen. Ausschlaggebend wird ein Auswahlprozess mit einem „Bewohner*innen-Profil“ sein, den die Bewohner*innengruppe zusammen mit Aufsichtsrat, dem Vorstand, den (institutionellen und beratenden Genoss*innen) und anderen Akteuren aus dem Netzwerk gerade erarbeitet. Bei der Auswahl neuer Bewohner*innen wird darauf geachtet, dass die Wohnungsbelegung entsprechend der Förderrichtlinie und den Anforderungen aus der Anhandgabe umgesetzt werden.

All diese Prozesse laufen trotz der Corona-Pandemie grundsätzlich weiter, vielleicht einiges etwas verlangsamt. Sobald es dazu mehr Informationen und Termine gibt, werden wir sie hier veröffentlichen.

Nein, es wird eine große, gleichberechtigte Hausgemeinschaft geben. Allerdings befinden wir uns zurzeit im Aufbauprozess und die schon jetzt aktiven Mitglieder bilden die Kerngruppe, die sich kennenlernt und am Konzept mitarbeitet. Später dann sollen alle Bewohner*innen zusammen eine Bewohnerschaft bilden und entsprechend der Förderrichtlinie für „Baugemeinschaften mit genossenschaftlichem Eigentum“ gefördert werden.

Dies weicht von der klassischen, eigentumsorientierten Baugemeinschaft, wie es sie bisher in Hamburg vermehrt gibt, ab. Daher wird der Prozess eng von der Agentur für Baugemeinschaften begleitet.

V. Fragen zur Mitgliedschaft

Ein Genossenschaftsanteil beträgt 200 Euro. Für den Erwerb einer Mitgliedschaft müssen fünf Genossenschaftsanteile gezeichnet werden. Hierüberhinaus können weitere freiwillige Anteile à 200 Euro gezeichnet werden. Das einmalige Eintrittsgeld beträgt 50 Euro. Ratenzahlungen sind gemäß unserer Satzung § 17 Abs. 4 nach Absprache möglich. Bitte wendet Euch hierzu konkret mit einer Anfrage an die Geschäftsstelle: info@groeninger-hof.de.

Da die Genossenschaft sich zum aktuellen Zeitpunkt in der Projektentwicklung befindet und noch über keine Einnahmen verfügt, erfolgt keine Verzinsung. Eine Dividendenauszahlung kann erst nach Fertigstellung des Bauvorhabens und bei einem positiven Jahresergebnis erwartet werden.

Ja, gemäß unserer Satzung können maximal 1.745 Anteile gezeichnet werden. Die Anzahl der Genossenschaftsanteile hat keinen Einfluss auf die Anzahl der Stimmen in der Mitgliederversammlung.

Eine Genossenschaft lebt von der Gemeinschaft. Deshalb sieht das Genossenschaftsgesetz grundsätzlich vor, dass jedes Mitglied nur eine Stimme in der Mitgliederversammlung hat. Wir wünschen uns in der Tat viele Menschen, die aktiv an der Idee dieses beispielhaften Prozesses mitwirken – deshalb hat jeder Genosse und jede Genossin, egal ob Firma oder Privatperson; egal ob ein oder zehn Anteile gezeichnet wurden, nur eine Stimme.

Ja. Nur Genossenschaftsmitglieder können Nutzer*innen im Gröninger Hof sein.

Mit Zustimmung der Erziehungsberechtigten können auch Personen unter 18 Jahre Mitglied bei der Genossenschaft Gröninger Hof werden. Wenn Ihr Anteile für Eure Kinder erwerben wollt, erwähnt dies bitte im Mitgliedsantrag.

Die Genossenschaft öffnet sich für alle interessierten Stadtbürger*innen und hofft auf eine sehr große Mitgliederzahl von Menschen, die sich in der Stadtentwicklung und Stadtpolitik aktiv einbringen wollen, indem sie an diesem Leuchtturmprojekt für die ganze Stadt mitarbeiten. Die Genossenschaft hofft, dass der Gröninger Hof nur ein Beispiel für viele weitere ähnliche Projekte in der ganzen Stadt sein wird.

Ja, gerne! Die Genossenschaft freut sich über interessierte Stadtbürger*innen, die sich innerhalb der Genossenschaft z.B. in einer unserer Arbeitsgruppen engagieren möchten. Wenn Du Interesse hast, melde Dich gerne bei uns.

Den Mitgliedsantrag auf der Seite „Mitmachen“ herunterladen, ausfüllen und an uns zurück senden.